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Bier selber brauen

Kein alkoholisches Getränk ist in Deutschland beliebter als das berühmte Bier. Circa 112 Liter Bier pro Kopf trinken die Deutschen jährlich, was eine Studie des Brauer-Bunds offenbarte. Wir werden dabei lediglich von den Tschechen überholt. So begehrt der Gerstensaft auch ist, viele wissen gar nicht, was in den unterschiedlichen Biersorten steckt. Wäre es daher nicht einmal ein tolles Erlebnis das erfrischende Getränk selbst zu brauen? Nichts bringt einen so nahe an das geliebte Bier als am Brauprozess beteiligt zu sein. Dies kann in der heimischen Küche geschehen oder im Rahmen eines Braukurses, der nahezu im gesamten Bundesgebiet angeboten wird.

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Eine kleine Brauerei daheim

Bier ist ein sehr altes Getränk, in dem Kohlensäure und Alkohol stecken. Zu den Grundzutaten gehören Gerste, Weizen, Wasser, Hopfen und Hefe. Weitere Zutaten hängen von der Biersorte ab. Zur Herstellung ist ein Gärungsprozess erforderlich, welcher durch eine Beigabe von Hefe kontrolliert ausgelöst werden kann. Es ist gar nicht so schwer, Bier selbst zu brauen. Dies hat den Vorteil, dass ein Bier ganz nach den persönlichen Vorlieben und Geschmäckern kreiert werden kann. Mit einem Starterkit, welches im Handel erhältlich ist, kann dieses Unterfangen ausprobiert werden. Es geht aber auch mit einfachen Mitteln, die eigene Küche zeitweise in eine kleine Brauerei zu verwandeln. Dafür wird ein großer Kochtopf benötigt, der ein Fassungsvermögen von mindestens 25 Litern aufweist. Ferner ist ein kleiner Topf, ein langer Kochlöffel sowie ein Eimer mit Deckel notwendig, damit das Gären richtig funktionieren kann. Zudem sollte ein Thermometer besorgt werden, welches Temperaturen bis 110 °C anzeigen kann, ein grobes Leinentuch zum Filtern, eine kleine Gießkanne, ein Messbecher, eine Bierspindel, ein Trichter und verschließbare Flaschen. Als Zutaten werden 5 kg Malzschrot, 40 g Hopfen, Mineralwasser und obergärige Bierhefe für einen halben Liter benötigt. Wenn alle Zutaten und Gerätschaften beisammen sind, kann es losgehen!

Sechs Schritte zum eigenen Bier

1. Die Maische brauen

Zuerst werden 20 Liter Wasser in einem großen Topf erhitzt, sodass eine Temperatur von 50 °C erreicht wird. Dann wird das Malzschrot in das Wasser so eingerührt, dass möglichst keinerlei Klumpen entstehen. Wenn das Malz nicht bereits geschrotet ist, wird es in der Kaffeemühle selbst zu Schrot zerkleinert. Während der sogenannten Einmaischung wird die Wasser-Malz-Mischung für 30 Minuten konstant auf einer Temperatur von 50 °C gehalten. Dabei muss ständig umgerührt werden, damit die Maische überall die gleiche Temperatur aufweist. Bei diesem Prozess werden die im Schrot enthaltenen Proteine durch Enzyme gespaltet. Dies wird auch als Eiweißrast bezeichnet.

2. Die Umwandlung der Stärke in Zucker

Nach dem Brauen der Maische wird die Temperatur von 50 °C auf 63 °C für eine Stunde lang erhöht. In dieser Stunde kommt es zur Umwandlung der Stärke in Zucker, was in der Fachsprache als erste Verzuckerungsrast bezeichnet wird. Im Anschluss folgt die zweite Verzuckerungsrast, bei der die Temperatur erneut angehoben wird. Sie sollte jetzt für erneute 60 Minuten 73 °C betragen. Die Temperatur muss dabei stets überprüft werden. Nach der Stunde wird die Temperatur sanft auf 78 °C erhöht, während die Masse stets umgerührt wird.

3. Der Vorgang des Abläuterns

Über einen Eimer wird ein Windeltuch befestigt. Darüber wird der Topf mit der Maische ausgekippt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Tuch sicher befestigt ist. Das nasse Schrot ist relativ schwer und könnte das Tuch zu Fall bringen. Dieser Vorgang wird Abläutern genannt und kann sehr lange dauern. Um ihn zu beschleunigen, kann das zerkochte Malzschrot bzw. der Treberkuchen vorsichtig mit dem Löffel zerdrückt werden. Wenn die ganze Würze in dem Eimer ist, muss ein Nachguss über den Treberkuchen gegossen werden. Nur so können alle Zuckerbestandteile ausgewaschen werden. Dafür werden erneut vier Liter Wasser auf eine Temperatur von 78 °C erhitzt und in die Gießkanne geschüttet. Das heiße Wasser wird dann mithilfe der Gießkanne bedächtig über das Windeltuch geschüttet. Im Anschluss erfolgt der Einsatz der Bierspindel, mit der die Dichte bzw. die Masse pro Volumeneinheit des Getränks ermittelt werden kann. Es wird überprüft, ob die Stammwürze bzw. Zuckerkonzentration ausreichend ist oder ob erneut ein wenig erwärmtes Wasser zum Ausspülen des Malzschrotes erforderlich ist. Der Wert der Stammwürze sollte circa 12 % betragen.

4. Die Würze eindämpfen

Der große Topf ist nun leer und muss gründlich ausgewaschen werden. In ihm wird die gefilterte Würze umgefüllt und so lange erhitzt, bis sie beginnt zu kochen, sodass eine Temperatur von 100 °C erreicht ist. Nach zehn Minuten wird der Hopfen hineingegeben. Für einen Zeitraum von einer Stunde wird die Mischung gekocht, wobei viel verdampft wird. Eine Faustregel besagt, dass ungefähr 6 % der ganzen Würze bei diesem Vorgang eindampfen sollen. Während diese Masse kocht, hat der private Braumeister Zeit, das Windeltuch auszukochen und den Plastikeimer zu sterilisieren. Alle Gerätschaften müssen sauber sein, damit eine Infektion mit bierschädlichen Bakterien umgangen wird.

5. Die Heißtrub-Abscheidung

Auf den Prozess des Eindampfens folgt die Heißtrub-Abscheidung, bei der erneut die Würze wie bereits zuvor gefiltert wird. Zum Schluss wird der Eimer mit der Masse verschlossen und für 24 Stunden an einem kühlen Standort gelagert.

6. Der Prozess der Gärung

Wenn die Würze eine Temperatur von 19 °C erreicht hat, wird die Hefe eingemischt und der eigentliche Gärprozess setzt ein. Dank der Hefe wird der Zucker in der Würze in Alkohol sowie Kohlendioxid umgewandelt. Wenn die Gärung abgeschlossen ist, wird das junge Bier in Flaschen abgefüllt und für circa 4 Wochen gelagert. Wie lange der Gärprozess dauert, hängt von dem Rezept entscheidend ab.

Ein Braukurs zur Einführung in die Braukunst

Wer nicht in der eigenen Küche Bier brauen möchte oder sich noch Anregungen einholen will, kann einen Braukurs buchen. Nahezu im gesamten Bundesgebiet werden solche interessanten Kurse angeboten. Liebhaber vom herzhaften Weizenbier zieht es dafür nach Süddeutschland, während Pilsfans lieber in den Norden reisen. Das Brauen von Export oder Altbier kann im Ruhrgebiet bzw. im Raum Düsseldorf bestaunt werden. Dieses aufregende Ereignis umfasst nicht nur die Vorstellung eines professionellen Brauprozesses, sondern auch eine Verkostung des erfrischenden Getränks. Es startet mit der Begrüßung durch den Braumeister in einer lokalen Brauerei sowie dem Kennenlernen der anderen Teilnehmer. Die fachkundige Betreuung führt die Bierliebhaber durch die Räumlichkeiten und erklärt in aller Ruhe die einzelnen Verfahrensschritte, um dieses köstliche Getränk herzustellen. Der Braumeister zeigt auf, welche Rohstoffe für welchen Geschmack wichtig sind und was die Unterschiede zwischen den Biersorten sind. Je nach Brauerei darf im Anschluss selbst am Brauprozess teilgenommen werden. Stets erfolgt jedoch nach dem Braukurs eine fröhliche Verkostung des lokalen Bieres. Was für ein schöner Abschluss für solch einen ereignisreichen Tag! Ein Braukurs ist nicht nur ein schönes Geschenk für sich selbst, sondern damit kann auch einem lieben Menschen eine tolle Freude gemacht werden. Ein Geschenkgutschein über einen Braukurs ist etwas ganz Besonderes, was noch lange positiv in der Erinnerung bleibt. Zudem kann der Beschenkte den Zeitpunkt des Einlösens des Gutscheins aus den Terminen der Brauerei frei wählen, sodass eine größtmögliche Flexibilität gegeben ist. Einfacher kann sich ein Verschenken eines interessanten Erlebnisses nicht gestalten! Braukurs buchen



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25. September 2020